Wie finde ich in Ho Chi Minh City einen Tempel, wenn nicht mal der Fahrer des Xe Om (Motorradtaxi) versteht, wohin ich will…
Am Morgen befasse ich mich mit der Geschichte von Vietnam und besuche den Reunification Palace. Im April 1975 hat hier der Vietnam-Krieg geendet, als ein Panzer der nordvietnamesischen Armee durch das Tor brach. Spannend ist, dass der Palast seit diesem Tag fast unverändert konserviert worden ist.
Danach mache ich einen kurzen Abstecher ins War Remnants Museum, das auch Fotos von der US-Armee zeigt. Was ich hier zu sehen bekomme, kann meine pazifistische Haltung nur stärken. Schreckliche Bilder…
Als Ausgleich mache ich mich danach auf den Weg zur Jade Emperor Pagoda – ein kleiner chinesischer Tempel. Der Xe Om Fahrer (Motorradtaxi) kann kein Englisch und so zeige ich ihm meine Karte mit Zielort. Er scheint zu wissen, wohin die Fahrt gehen soll und der Preis ist verhandelt. Helm auf und los gehts.
Die Richtung stimmt, aber bald wird mir klar, dass der Fahrer keine Ahnung hat, wo sich die Pagoda befindet. Ich zahle einen angemessenen Preis und gehe zu Fuss weiter. Es bietet sich mir ein zweiter Fahrer an und eine ähnliche Geschichte wiederholt sich. Ich bin also wieder zu Fuss unterwegs, kann die Pagoda aber lange nicht finden. Mit Hilfe von schlaueren Touristen finde ich das Objekt doch noch und lasse mich von Räucherstäbchen einnebeln.
Später will ich zur Dragon House Wharf. Die Hinfahrt klappt wunderbar. Für die Rückfahrt verlangt ein andere Fahrer aber den doppelten Preis. Leider sind keine weiteren Fahrer in Sicht. Wir werden uns bei der Hälfte handelseinig und fahren los. Nun will er unbemerkt einen Umweg fahren. Ich weise ihn zurecht und die Richtung stimmt plötzlich wieder. Mein Zivilstand? Massage? NEIN, kein Interesse! Schliesslich kommen wir an und ich suche das Weite.
Xe Om zu fahren ist aber trotzdem nicht so schlimmt, wie es jetzt vielleicht den Eindruck macht. Ich versuche, es mit Humor zu nehmen und Zeit für solche Experimente habe ich ja genug.