In Queenstown nehme ich den Linienbus an die Westküste. Die Fahrt geht über den Haast Pass durch eine atemberaubende Gegend. Von Haast aus fahren wir entlang der Küste und durch üppige Wälder nach Franz Josef Village. Die Fahrt dauert etwa acht Stunden. Der Chauffeur ist sehr freundlich und kommentiert sogar die Landschaft.
In der Franz Josef Village logiere ich im – wie könnte es anders sein – Franz Josef Glacier YHA. Es hat auch seine Vorteile in der Nebensaison unterwegs zu sein: Ich wohne alleine im günstigen 4er-Zimmer. Es hat sogar eine Sauna im Hause. Hier erhole ich mich prächtig!
Die Zufahrtsstrasse zum Gletscher ist etwas 5 km lang. Von da aus sind es zu Fuss nochmals rund 40 Minuten bis zur Gletscherzunge. Ich verpasse natürlich den Shuttel Bus und muss die ganze Strecke laufen.
Wie der nahe gelegene Fox Glacier, reichte auch der Franz Josef Glacier einmal bis zum Meer. Beide Gletscher sollen noch heute die niedrigsten Gletscher über Meereshöhe sein. Während die Gletscher in den Alpen schmelzen, wachsen der Fox Glacier und der Franz Josef Glacier neuerdings wieder jedes Jahr um bis zu 80 m.
Da ich oft auf Schweizer Bergwanderwegen unterwegs bin, finde ich den Anblick des Franz Josef Glaciers nicht so aussergewöhnlich. Umso mehr gefällt mir jedoch das saftige Grün des Regenwaldes. Auf dem Rückweg entdecke ich den Douglas Walk, der direkt in den dichten Wald und zum traumhaften Peter’s Pool führt.
Ich geniesse es, völlig unbeschwert durch den exotischen Wald zu spazieren. Während in Australien überall Gefahren lauerten und es von Schlangen und Gifttieren nur so wimmelte, muss ich in Neuseeland keine Angst vor Angriffen haben
Ganz gefahrlos ist es dann doch wieder nicht, denn weiter oben ist der Weg durch einen Bergrutsch unterbrochen und ich muss umkehren. Aber die drei Stunden im Dickicht des Regenwaldes gehören zu den eindrücklichsten Momenten meiner Reise.





2 comments
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August 21, 2008 um 5:03
Claudia
Würdest du sagen, dass für Alpenländler die neuseeländischen Gletscher eher nicht zum “Pflichtprogramm” gehören? Bin grad am überlegen, wie man am besten ein paar wenige Tage in Neuseeland verbringt… Noch ganz viel Spaß auf deiner Reise!
August 21, 2008 um 11:48
cofree
Kia Ora! Ich denke, man kann die Southern Alps nicht mit den Alpen in Europa vergleichen. Dies macht auch ein aktueller Artikel zum Arthur’s Pass National Park deutlich, der gerade in der NZZ erschienen ist – siehe Link am Ende des nächsten Posts “Christchurch – Neuseeland”.
Diese Berge sind wilder, unberechenbarer und haben ihren besonderen Reiz. Da ich aber bereits viele Gletscher gesehen habe, fand ich die Regenwälder spannender. Die Route entlang der Westküste kann ich auf jeden Fall empfehlen. Solltest du dich für einen Gletscher-Stopp entschliessen, müsstest du wohl eine Übernachtung einplanen – ausser du hast ein Mietauto.
Jedenfalls wünsche ich dir eine spannende Zeit in Neuseeland!