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Jetzt kommt eine etwas verrückte Geschichte! Buenos Aires wäre eigentlich die letzte Destination meiner Weltreise. Es war geplant, über London nach Hause zu fliegen. Ich bin jetzt 10 Monate unterwegs und meinem Zeitplan etwas voraus. Zu Hause wäre mein Abenteuer noch nicht zu Ende, denn ich müsste Job und Wohnung suchen…

Wie könnte ich die Reise verlängern? Soll ich noch mehr von Argentinien entdecken? Irgendwie hätte ich auch Lust auf Indien und über London muss ich sowieso. Ich könnte also einen Flug von London nach Südindien buchen…

 

Gesagt, getan: Das Visum für Indien kann ich bei der indischen Botschaft in Buenos Aires problemlos besorgen. In der Filiale von British Airways buche ich den Flug von London nach Bangalore. 

Im November ist es in Argentinien und Südindien herrlich warm. In London würde ich jedoch Winterkleidung benötigen. Da ich ständig mein Gepäck optimierte, habe ich nur noch Sommerkleider dabei. Also buche ich einen direkten Anschlussflug und werde den geheizten Flughafen Heathrow nicht verlassen müssen. Das wird ein ziemlicher Marathon!

Endlich in Buenos Aires! Gestartet in Foz do Iguaçu, erreiche ich nach rund 20 Stunden Busfahrt die Stadt des Tangos!

Ich finde ein günstiges Zimmer im Hotel Chile an der Av de Mayo 1297. Es ist das einzige Zimmer auf der obersten Etage – sozusagen das „Penthouse“. Ich kann das Quartier überblicken und fühle mich wie in einem Turmzimmer.

Um den Cementerio de la Recoleta ist am Samstag ein spannender Markt und es gibt viel zu entdecken. Im Friedhof befinden sich nicht nur die Gräber vieler bekannter Aristokraten der Stadt, sondern auch die letzte Ruhestätte von Evita Perón, der berühmten Primera Dama von Argentinien. Um das Grab zu finden, heftet man sich am besten an die Fersen von zielstrebigen Grüppchen.

Auch der Antiquitätenmarkt Feria de San Telmo beim Plaza Dorrego ist sehr beliebt und findet jeweils am Sonntag statt. In der Pasaje de la Defensa gibt’s weitere Antiquitätenshops und ein Café. Mit etwas Glück kann man in den Einkaufstrassen Florida und Lavalle Tango-Shows beobachten.  

Hier einige hilfreiche Links: Offizielle Tourismus Site von Buenos Aires, What’s Up Buenos Aires und Turismo de la Nación.

Im August 2008 sind die aktualsierten Reiseführer von Lonely Planet erschienen – die 6. Ausgabe für Argentina und die 5. Ausgabe für Buenos Aires. Zudem gibt es den kompakten Encounter Buenos Aires im Pocketformat. Beide Städteführer haben einen herausnehmbaren Stadtplan integriert. In Deutsch ist erst der Lonely Planet für Argentinien verfügbar – die aktualisierte deutsche Ausgabe wird demnächst publiziert.

Buenos Aires ist der nächste Milestone! Noch bin ich aber in Abadiânia bei Brasília! Da es in Richtung Brasília keine offizielle Busstation mit Fahrplan gibt, muss ich am Dorfrand einen Bus auszubremsen…

Erste Etappe: Brasília – São Paulo – Curitiba in rund 20 Stunden. Übernachtung gegenüber von der Busstation im Hotel Maia an der Av. Presidente Afonso Camargo 355 – sehr praktisch!

Zweite Etappe: Curitiba – Foz do Iguaçu. Ein Tag Pause für die Besichtigung der spektakulären Wasserfälle im Grenzbereich von Brasilien, Paraguay und Argentinien…

Die Wasserfälle können in Brasilien und Argentinien besichtigt werden. Von Brasilien aus gibt es auch Bootsfahrten direkt unter die Wasserfälle - da bleibt nichts trocken!!

Ich habe Glück und kann mich einer Gruppe anschliessen, die bereits einen Van für die Fahrt auf die argentinische Seite organisiert hat. Bei Tagesausflügen ist der Grenzübertritt kein Problem.

Auf Laufstegen kann man sich ganz weit nach vorne wagen und das Wasser in die Tiefe rauschen sehen. Diese Naturgewalt zu beobachten ist ein absolutes Highlight! Danach geht’s für die Übernachtung wieder zurück nach Brasilien.

Am nächsten Tag verlasse ich Brasilien endgültig und etwas wehmütig. Der Grenzübertritt ist für mich auch dieses Mal unproblematisch. Allerdings habe ich den wichtigen Zettel noch, den man bei der Einreise bekommt. Eine Französin hat dieses offenbar wichtige Stück Papier nicht dabei und es dauert einige Zeit, bis die Situation geklärt ist.

Aber dann kann uns nichts mehr aufhalten! In rund 20 Stunden werden wir in Buenos Aires ankommen. Ich kann’s kaum erwarten!

Warum ich in das kleine Dorf Abadiânia in der Nähe von Brasília gekommen bin? Tja, bereits in Melbourne hörte ich zum ersten Mal von João. Er ist ein bekannter spiritueller Heiler und hat seine Casa in Abadiânia. Besucher aus aller Welt kommen zu ihm. Das finde ich natürlich spannend!

Ich wohne im Hotel Brasil an der Avenida Frontal 681. Die günstigsten Zimmer sind im Garten hinter dem Hotel. Im Essbereich gibt es ein köstliches Buffet. Da komme ich schnell in Kontakt mit den anderen Gästen und höre mir interessiert die spannenden Geschichten um João an.

Der Treffpunkt für die Besucher der Casa ist das Frutti’s Café (siehe Bild). In ganz Abadiânia habe ich keinen besseren Kaffee bekommen! Auch die Smoothies sind lecker! Das Telefonieren ist hier einfach und günstig!

Ich höre sehr seltsame Geschichten! Diese hier hat mir besonders imponiert: Es heisst, man solle Abadiânia erst verlassen, wenn João das Ok gegeben hat. Natürlich gehen viele, ohne zu fragen. So auch ein Amerikaner. Er steigt mitsamt Gepäck in ein fremdes Auto und wird unterwegs prompt ausgeraubt. Nach einem Marathon durch die Ämter hat er sich alle nötigen Papier wieder beschaffen können. Jetzt ist er zurück in Abadiânia und wird diesen Ort nicht mehr ohne Erlaubnis verlassen…

Es soll zahlreiche wundersame Heilungen gegeben haben und viele sollen von ihren Leiden befreit worden sein. Die Methoden, die João anwendet, sind jedoch sehr erstaunlich und aus wissenschaftlicher Sicht oft nicht nachvollziehbar. 

Während meiner Anwesenheit gab es kein Ereignis, das ich als eindeutigen Beweis für das Wirken von übernatürlichen Kräften bezeichnen könnte. Dennoch zweifle ich nicht daran, dass im Einzelfall Heilungen geschehen können. Ist es João der heilt oder wird durch ihn nur ein Prozess der Selbstheilung ausgelöst? Fragen, über die man lange nachdenken könnte – ohne schlüssige Antworten zu finden…

Jedenfalls gefällt es mir im ländlichen Abadiânia bestens. In diesem ruhigen Dorf kann ich mich für ein Weilchen ausruhen. Lässt man sich auf João ein, kann es aber auch intensiv werden. Da muss man die richtige Balance finden. Erfrischend und ausgleichend ist der Wasserfall oder das Joggen bei Regen ;-) .

Da es in Abadiânia keinen Bancomaten für internationale Bezüge gibt, muss ich mir das Geld in Anápolis holen. Dazu positioniere ich mich bei der Busstation. Noch bevor der Bus eintrifft, sitze ich meistens bereits bei einem Brasilianer im Auto, der mit meinem Anteil seine Benzinkosten finanzieren kann. Auf der Rückfahrt habe ich jedoch zuviel Geld in den Taschen und nehme lieber den Bus (siehe Story oben). Während meiner Reise in Brasilien fühlte ich mich jedoch nie in Gefahr und habe im Gegenteil sehr positive Erfahrungen gemacht. Todo bem!!

Jetzt steht mir eine schwierige Prüfung bevor! Ich muss mir nämlich das Busticket nach Brasília kaufen! Und was soll daran so schwierig sein?

Am Ticket-Schalter spricht niemand Englisch. Auch von den umstehenden Leuten spricht niemand Englisch. Also kommen meine brandneuen Portugiesisch-Kenntnisse zum Einsatz. Todo bem!? Irgendwie bekomme ich mein Ticket und weiss sogar, wann der Bus abfährt und wie lange die Fahrt dauern wird: satte 24 Stunden!

Der Bus startet am Abend und fährt durch die Nacht. Das Gefährt ist modern, komfortabel und in (noch) gutem Zustand! Trotzdem schüttelt und wackelt es besorgniserregend. Die Strasse ist in bedauerlichem Zustand und die Schlaglöcher machen die Fahrt für Bus, Chauffeur und Fahrgäste zur Qual. Mein Sitznachbar braucht viel Platz und an’s Schlafen ist vorerst nicht zu denken. Es wird eine unruhige Nacht. Schliesslich träume ich von korrupten Beamten ;-) In welcher Tasche ist wohl das Geld für die Sanierung der Strasse verschwunden!?

Zwischendurch wird bei Restaurants gestoppt und die Fahrgäste können sich um ihre verschiedenartigen Bedürfnisse kümmern. Gegen Brasília ist die Strasse allmählich auszuhalten. Wir fahren vorbei an Backsteinhäusern, aber auch an Lehm- und Strohhütten.

Nach diesem Marathon kommen wir schliesslich in Brasília an. Ich erkundige mich beim Chauffeur, wie ich am besten mein Ziel - das Dorf Abadiania - erreichen kann. Kein Problem! Der Bus fährt genau in diese Richtung weiter – zu den Städten Anápolis und Goiânia. Nach nochmals rund einer Stunde Fahrzeit, lässt mich der Chauffeur im kleinen Abadiania – sozusagen vor der Haustüre – aussteigen.

Einfacher geht’s nicht – perfekt! Hier bin ich also! Und was jetzt…?

Der afrikanische Einfluss prägt Salvador bis heute. Die Stadt wird auch „African Soul of Brazil“ genannt. In dieser Gegend ist auch der brasilianische Kampftanz Capoeira entstanden. Capoeira wurde in der Kolonialzeit von Sklaven aus Afrika praktiziert und weiterentwickelt. In diesem Video vom Caliente Festival in Zürich wird u.a. auch Capoeira gezeigt.

Mit etwas Glück kannst du in der Altstadt (Pelourinho) Capoeira-Shows sehen. Das Pelourinho – auch Pelô genannt – ist sehr beliebt bei Touristen. Die zahlreichen historischen Bauten sind tatsächlich sehr eindrücklich. Dennoch gefällt es mir am besten im Stadtteil Barra. Die zahlreichen Strandabschnitte laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Imposant ist das alte Forte de Santo Antônio da Barra (1598) mit kleinem Museum.

Es ist spannend, die Brasilianer im Shopping Center in Barra beim Einkaufen zu beobachten.  Das Shopping Barra bietet zahlreiche Shops, einen Food-Court und ein Kino. Hier bekommt man (fast) alles! Ein Freund hat sogar eine Winterjacke für seine nächste Destination in Kanada gefunden. Ich bleibe aber noch an der Wärme und kaufe eine neue Badehose und Flip-Flops.

Und da passiert es zum ersten Mal! Ich kaufe ahnungslos einen Drink am Imbissstand. Die Brasilianerin lächelt mich an, hebt den Daumen in die Höhe und fragt todo bem?  Diese freundliche Geste bedeutet in etwa alles paletti? Eine coole Geste, die ich mir auch gleich angewöhne: Daumen hoch & todo bem?  Macht Spass – probier’s aus!!

Endlich geht’s zu den Stränden in Copacabana und Ipanema! Aber zuerst noch ein Abstecher auf den Pão de Açúcar - der weltbekannte Zuckerhut von Rio. Den 396m hohen und sehr steilen Granitfelsen erreicht man mit zwei Seilbahnen. Die erste fährt bis auf den Morro da Urca (215m). Eine zweite verbindet den Morro da Urca mit dem Pão de Açúcar. Die Aussicht über Rio ist genial!

Am Copacabana Beach gönne ich mir einen erfrischenden Coconut Drink. Heute sind (noch) nicht viele Leute unterwegs. Trotzdem werde ich angesprochen. Ein Mann zeigt auf meine Schuhe und was sehe ich da? Es klebt eine Paste am einen Schuh, die an Hundekot erinnert. Der Mann putzt Schuhe und versucht sich mit der unappetitlichen Paste seine Aufträge zu generieren. Frechheit! Da putze ich meine Schuhe lieber anderswo!

Nach Ipanema nehme ich den Bus. Alle Fahrgäste müssen sich durch ein Drehkreuz zwängen. Ausser dem Fahrer sitzt in jedem Bus ein Schaffner und verkauft bzw. kontrolliert die Tickets.

Ipanema ist mein favorisierter Stadtteil in Rio. Der Strand ist prächtig und kleine Parks bieten kurze Phasen der Erholung. Bei Strand und Parks ist in regelmässigen Abständen Sicherheitspersonal stationiert. Soll ich mich nun sicher fühlen oder ist das Heer von Security Staff ein Zeichen dafür, dass an jeder Strassenecke eine Gefahr lauert. Jedenfalls passiert nichts und Ipanema zeigt sich von der besten Seite.

Es gefällt mir besonders an der Rua Visconde de Pirajá. Hier gibt es zahlreiche Shops und Cafés. Ich finde Bookcafés mit bestem Kaffee & Kuchen sowie Musik, Internet und English Books – perfekt! Empfehlen kann ich die Livraria Letras e Expressões und die Livraria da Travessa an der Rua Visconde de Pirajá 276 und 572.

Nun muss ich langsam an die Weiterreise denken! Meine nächste Destination ist Salvador de Bahia nördlich von Rio. Mit dem Bus soll die Fahrt mindestens 24 Stunden dauern. Ich entscheide mich nochmals für das Flugzeug.

In Salvador werde ich versuchen, einen Blitzkurs in Portugiesisch zu besuchen. Dann werde ich den Bus nach Brasilia nehmen. Der Plan ist, einige Zeit in Abadiania bei Brasilia zu bleiben. Dieses kleine Dorf ist bekannt geworden, weil dort ein brasilianischer Heiler seine Casa hat. Später soll es mit dem Bus nach Süden gehen – zu den bekannten Wasserfällen in Foz do Iguaçu – und weiter nach Buenos Aires. Voilà – da habe ich noch einiges vor mir!!

Mit LAN Chile überfliege ich die Anden und lande schon bald in Rio de Janeiro! Brasilien! Was für ein erhebendes Gefühl! Bis zum Hotel ist’s wie üblich noch etwas hektisch, aber dann zeigt sich Rio von seiner besten Seite!

Das Hotel Turístico liegt nahe der Metrostation Glória und an der ruhigen Ladeira da Glória 30. Mit der Metro Linha 2 ist man schnell im Centro oder an der Endstation bei der Copacabana.

Ich bin immer gerne mit der Metro unterwegs – da fühle ich den Puls der Stadt. Die Untergrundbahn in Rio ist aber definitiv mein Favorit. Hier ist kaum jemand in dunklen Anzügen unterwegs. Es wird lockere und bunte Kleidung getragen und das brasilianische Portugiesisch ist wie Balsam für die Ohren!

Tja, meine neuen Spanischkenntnisse aus Santiago nützen mir hier leider wenig. Die Wörter sind zwar oft ähnlich geschrieben, sie werden jedoch ganz anders ausgesprochen. Ich kann kaum etwas verstehen, freue mich aber trotzdem über den wohltuend melodiösen Sound dieser Sprache. Mit Englisch kann ich mich gut durchschlagen.

Im Centro bin ich nur einmal und mir bleibt vor allem das ! unglaubliche ! Gedränge von Busen in Erinnerung. Ich orientiere mich mehr nach Süden und entdecke Glória, Catete und Falmengo. Es gibt viele Kirchen und die sind auch erstaunlich gut besucht! Selbst hier sind die Leute so fröhlich und bunt angezogen, wie ich es sonst noch nirgendwo gesehen habe – Ausdruck der Lebensfreude?!

Rio ist jedenfalls genial! Auch der Moderator dieses Travel Videos ist absolut begeistert von Rio!

Hier noch ein Video von Lonely Planet TV über Rio!

Jetzt muss ich noch auf den Pão de Açúcar und natürlich an die Copacabana und nach Ipanema